TROPFEN... DES MOEGLICHEN GLUECKS

Terenzio Formenti

Uebersetzung Elisa Cantarin

TROPFEN AUF DER WINDSCHUTZSCHEIBE

es faellt der erste Tropfen auf meine Glasscheibe vorsichtig... die anderen suchen ihren Weg nun haltlos... laufen streichen sich liebkosen sich lieben sich kleine Tropfen auf meiner Glasscheibe

TROPFEN... DES MOEGLICHEN GLUECKS

- Baseball spielen, mit Tropfen, welche auf die Windschutzscheibe fallen. - einen Schatten von Heiterkeit auf ein trauriges Antlitz pinseln, um dieses mit einer Poesie zu beschenken, oder mit beidem. - die Gesellschaft eines Wassertropfens annehmen, welcher uns im Ozean oder im Regen begegnet. - Einfangen eines Schattens, welcher aus dem Dunkeln entsteht ..vielleicht aus dem Licht. - eine Haut streicheln, aus welcher eine Seele entsteht. - eine Figur, welche vorbeigeht, mit den Augen streicheln und Harmonie ausloesen. - einem Blick begegnen und spueren, dass in uns etwas entsteht. - sich bewusst werden, dass jemand was fuer uns tut und dass er es mit Liebe tut. - einen Koerper streicheln und sich bewusst werden, dass man miteinander spielt. - zwei Augen begegnen und spueren, dass sie mit uns sprechen. - sich bewusst werden, dass man die Harmonie des Universums einatmet. - spueren, dass ein Kind sich auf uns verlaesst, da es fuehlt uns vertrauen zu koennen. - einem Mensch begegnen, der seine rauhe Schale und seinen Panzer fallen laesst und sich uns anvertraut. - Zaertlichkeit erhalten, welche uns das Leben gibt. - einen Koerper streicheln, der sich ersinnen laesst. - einem Blick begegnen, der uns etwas schenkt. - einen Schweisstropfen spueren, der uns den Ruecken unterlaeuft und Wonne-schauer ausloest. - mit den Blaettern im Wald gemeinsam rascheln. - gemeinsam mit den Herbstblaettern im Wind emporsteigen, erfasst von einem Luftwirbel. - begegnen des Wirbelsturms von Herbstblaettern in der Kurve einer Bergstrasse, welche uns freudig entgegenkommen. - ein Sandkorn sein, welches auf der Strandlinie mit der Welle spielt. - eine Woge sein, welche gegen die Felsen brandet und bricht. - sich die Augen am Morgen waschen und spueren, dass mit uns sich Millionen von Augen an diesem Tag dem Leben oeffnen. - im Regen stehen und sich nicht einsam fuehlen. - in der Sonne stehen und spueren, dass Millionen von Menschen mit uns die milde Waerme geniessen oder aber mit uns, die Hitze erdulden. - den Mond mit den Augen von Verliebten betrachten. - den Mond betrachten und sich als einzig verliebter Mensch des Universums fuehlen. - mit offenen Augen traeumen und sich dessen bewusst werden. - einer Hand begegnen, welche sich unserer anvertraut. - aufwachen und spueren, dass neben uns jemand atmet. - unsere Erwartungen einem lodernden Feuer anvertrauen. - unseren Erwartungen Feuer geben. - den Regen fragen, wie er entsteht. - den Wind fragen, wo sich sein Nest befindet. - einem Klang begegnen und sich einfangen lassen. - sich, durch die Harmonie der Stille einfangen lassen. - einem Menschen begegnen, der uns gruesst, auch ohne uns zu kennen. - Ausbruch von Freudentraenen durch eine Poesie. - ein Laecheln als Geschenk zu erhalten. - unsere nackten Koerper und unsere nackte Seele... wenigstens oder mindestens den Wellen des Meeres anvertrauen. - am Bachufer einschlafen, durch Gewiege seiner sanften Wellen. - an einer Bergquelle Wasser trinken, Geschenk des Universums. - einen Berg ersteigen und spueren, dass wir eins sind. - einschlafen und spueren, dass wir dem Schlaf des Universums angehoeren. - einen Menschen gebaeren und ihm fuer das Geschenk danken, das er uns hiermit macht. - mit Erstaunen ab und zu dem Kind zu begegnen, welches in uns wohnt. - spueren, dass man sich Tag fuer Tag neu ersinnt. - nackt im Wind sein und sich in der Sonne aufloesen. - sich in einen Mantel aus Mond einhuellen und zwischen den Straeuchern spielen. - eine Moewe im Wind mit den Augen verfolgen, um sich mit ihr in einem unendlichen Flug zu verlieren. - sich lieben, ohne Angst, sich zu verlieren. - sich erinnern zu vergessen, und vergessen sich zu erinnern. - zuhoeren, um zu hoeren. - schauen, um zu sehen. - sprechen und den Geschmack des Zuhoerens des anderen spueren. - es so einrichten, dass der andere, welcher mit uns spricht, den Geschmack unseres Zuhoerens spuert. - sich bewusst werden, dass jeder Meerestropfen mit dem naechstliegenden spielt auch ohne ihn zu kennen.

TROPFEN... DES MOEGLICHEN GLUECKS Nr. 2

- ein Stein, der zu uns spricht. - ein Meer, welches uns die Legenden ueber die Voelker welche es lieben und welche es hassen, erzaehlt. - zwischen den Wolken, das Gesicht des geliebten Menschen suchen. - eine Schwalbe, die uns die Abenteuer einer Reise erzaehlt, um nach dieser zu uns zurueckzukehren. - ein Stachelschwein, welches uns seine Traeume erzaehlt. - ein sinkender Stern, der uns bittet einen Wunsch zu aeussern. - einen Regenbogen zu sehen, an einem Himmel der ohne ist, oder in einer Nacht ohne Sterne. - jemandem einen Guten Tag wuenschen, indem er uns anschaut und stumm darum bittet. - den Himmel betrachten und ohne Worte bleiben. - eine Umarmung geniessen, die uns belebt. - spueren, dass der Fruehling auch fuer uns geboren ist. - sich bewusst werden, dass der Herbst nicht nur Vorzimmer des Winters ist. - ein Laecheln, welches ein Gesicht erstrahlen laesst, nicht mehr vergessen. - ein Dankeschoene erhalten und sich bewusst werden, dass wir vielleicht, einen Bruchteil von uns selbst, verschenkt haben. - sich bewusst werden, dass, vielleicht das Glueck nicht nur eine zeitliche Variante des Ungluecks ist. - einen Bergweg zuruecklegen, wo jeder gruesst und jeder gegruesst wird. - sich bewusst werden, dass "heute" nicht nur ein Tag ist der dem "morgen" vorhergeht oder dem "gestern" folgt, sondern, dass er der erste Tag unseres Lebens ist welches wir zu leben haben. - eine Blume, die uns ein Liebeslied singt. - sich bewusst werden, dass die Luft, die das Gesicht eines anderen streift, auch unseres streift. - sich bewusst werden, dass das Wasser im Schwimmbad, im Fluss, im See, im Meer unseren Koerper naesst, andere Koerper naesst, egal welche Hautfarbe sie haben. - den Koerper, der sich in unseren Kleidern befindet, wahrnehmen. sich bewusst werden, dass wir atmen und dies als Geschenk empfinden. - sich im Nebel befinden und sich angenehm eingehuellt fuehlen.

TROPFEN... DES MOEGLICHEN GLUECKS Nr. 3

- mit unseren Augen, die Pflanzen in Gesellschaft der Sonne, des Regens, des Schnees und des Morgentaues, streicheln. - gemeinsam mit dem Wasser des Wildbaches lachen und mit der Oberflaeche des Sees, gekraeuselt durch die frische Brise. - auf der eigenen Haut die Wonneschauer spueren, welche der Berg spuert, waehrend der Durchkaemmung der Sichel des Bergbewohners. - einen Wald durchstoebern, wie die Sonne mit ihren gleissenden Lichtstrahlen. - den Heuduft in der Sonne riechen und den Geruch des Waldes nach einer ersten Regenschauer wahrnehmen. - sich wagen den Schritt zu tun, welcher unterscheidet zwischen sich begnuegen und zufrieden sein. - zwei Armen begegnen, welche uns umarmen und uns die Umarmung des Universums schenken. - sich fragen, ob der Mond den wir immer sehen, dergleiche ist, den auch andere sehen, oder ob er zuweilen auch anders sein kann. - sich fragen, ob die Idee die uns in den Sinn kam, auch wenn's keine erleuchtende scheint, trotzdem eine schoene Idee ist. - dem verrueckten Weisen, der in uns lebt, einen Platz zubilligen. - auch dem Steinzeitmenschen, der noch in jedem von uns lebt, etwas Raum zubilligen. - sich ueben wie man entdeckt dem moeglichen Glueck zu begegnen, vielleicht muss man; suchen, fragen, schenken, in sich selbst und in die anderen saeen, auf es warten auf den Wegen die ihm gewohnt sind: die 5 Sinne: sehen, eine visuelle Landschaft entdecken; hoeren, eine klangvolle Landschaft entdecken; schmecken, eine Geschmackslandschaft entdecken; riechen, eine Geruchslandschaft entdecken. - man koennte den 6. Sinn hinzufuegen zur Entdeckung der Traeume, des Unbewussten, und der unbekannten Sprachen. - andere moeglichen Wege koennten: der Koerper, der Geist und die "Seele"; die wesentlichen Bestandteile des Universums; Erde, Luft, Wasser, Feuer; die Kunst: zeichnen, photographieren, Malerei, Poesie, Skulptur, Musik, Tanz, usw. sein. - zu allem hinzu, vielleicht, waere angebracht etwas wohlgesinnt sein mit Laecheln, Lachen und Schlauheit.


Wenn Sie Eindruecke oder Tropfen einzufuegen haben, bitte ich mir zu schreiben.
Terenzio Formenti

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